Regelbedarfe für den Lebensunterhalt


Die Regelbedarfe umfassen pauschal die Kosten für:
  • Ernährung
  • Körperpflege
  • Hausrat
  • Bekleidung
  • Haushaltsenergie (ohne Heizung und Erzeugung von Warmwasser)
  • Telefon/Internet
  • Teilhabe am kulturellen Leben
  • Bedürfnisse des täglichen Lebens
Bei der Berechnung der zustehenden Leistungen werden lediglich die pauschalen Bedarfssätze berücksichtigt.

Die Regelbedarfe werden jährlich zum 01.01. per Gesetz neu festgesetzt.

Kinder bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres bilden mit ihren im Haushalt lebenden Eltern bzw. mit dem Elternteil gemeinsam eine Bedarfsgemeinschaft. Volljährige Kinder, die das 25. Lebensjahr vollendet haben, bilden für sich allein eine eigene Bedarfsgemeinschaft und müssen deshalb einen eigenen Antrag stellen. In der Bedarfsgemeinschaft beträgt der Regelbedarf ab 01.01.2017 monatlich für:

Alleinstehende, Alleinerziehende oder Personen, deren Partner minderjährig ist 409,00 Euro
Volljährige Partner in einer Ehe, Verantwortungs- und Einstehensgemeinschaft oder eingetragenen Lebenspartnerschaft 368,00 Euro
(pro Person)
Volljährige bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres, die mit den Eltern in einer Bedarfsgemeinschaft leben, oder ohne Zustimmung des kommunalen Trägers umziehen 327,00 Euro
Jugendliche im 15. Lebensjahr bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres 311,00 Euro
Kinder ab Beginn des 7. Lebensjahres bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres 291,00 Euro
Kinder bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres 237,00 Euro

Beispiel:
Eine Familie bestehend aus den Eltern und vier Kindern im Alter von 5 und 10, 15 und 20 Jahren betragen die einzelnen Regelbedarfe:

für den Vater 368,00 Euro
für die Mutter 368,00 Euro
für das 5-jährige Kind 237,00 Euro
für das 10-jährige Kind 291,00 Euro
für das 15-jährige Kind 311,00 Euro
für das 20-jährige Kind 327,00 Euro
zusammen 1902,00 Euro




Mehrbedarfe


Mehrbedarfe sind zusätzliche Aufwendungen, die nicht durch den Regelbedarf abgedeckt sind, allerdings sind die Voraussetzungen für einen Anspruch auf einen Mehrbedarf nachzuweisen. Eine gesonderte Beantragung ist nicht erforderlich.

Mehrbedarfe sind für folgende Personengruppen vorgesehen:
werdende Mütter ab der 13. Schwangerschaftswoche 17 % des individuellen Regelbedarfs;

hierzu legen Sie bitte z.B. Ihren Mutterpass beim Jobcenter vor
Alleinerziehende von minderjährigen Kindern mindestens 12 %, höchstens 60 % des Regelbedarfs, abhängig vom Alter und der Anzahl der Kinder
behinderte Menschen, die tatsächlich Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben nach dem IX. Buch Sozialgesetzbuch erhalten 35 % des individuellen Regelbedarfs;

hierzu reichen Sie bitte den Bewilligungsbescheid des Trägers, der Leistungen zur Teilhabe gewährt, beim Jobcenter ein
Leistungsberechtigte, die aus medizinischen Gründen eine kostenaufwändige Ernährung benötigen Übernahme in angemessener Höhe, abhängig von der Erkrankung;

hierzu reichen Sie bitte den Vordruck MEB mit einer Bestätigung des Arztes über die Erkrankung beim Jobcenter ein

Die o. a. einzelnen Mehrbedarfe werden addiert und dürfen in ihrer Summe den Regelbedarf für Alleinerziehende (409,00 Euro im Monat) nicht übersteigen.

Zusätzlich können weitere Mehrbedarfe für folgende Aufwendungen gewährt werden:
Personen, die im Einzelfall einen unabweisbaren, laufenden und nicht nur einmaligen Bedarf haben, soweit diese Aufwendungen nicht auf andere Weise gedeckt werden können, z. B. nicht verschreibungspflichtige Medikamente bei besonderen (chronischen) Erkrankungen oder Kosten zur Wahrnehmung des Umgangsrechts, wenn die Bagatellgrenze von monatlich 10% des Regelbedarfs überschritten wird. Übernahme in tatsächlicher Höhe
Mehrbedarf für die dezentrale Warmwasseraufbereitung z. B. durch einen Durchlauferhitzer oder einer Gastherme abhängig von der Anzahl der Personen in der Bedarfsgemeinschaft


Weitere Leistungen


Folgende weitere Leistungen können Sie über den Regelbedarf hinaus beantragen:

  • Erstausstattung der Wohnung einschließlich Haushaltsgeräten
  • Erstausstattung für Geburt und Schwangerschaftsbekleidung
  • Leistungen für Bildung und Teilhabe; z. B. Kosten für Klassenfahrten oder Schulausflüge
  • Kosten für die Anschaffung und Reparatur von orthopädischen Schuhen, Reparaturen von therapeutischen Geräten und Ausrüstungen, sowie die Miete von therapeutischen Geräten
  • Erstausstattung für Bekleidung